Entscheidungen treffen

OODA – Loop:  Observe – Orient – Decide – Act  

 

An wen richtet sich diese Methode?

Führungskräfte und Menschen, die Unternehmen, Teams und Mitarbeiter*innen durch den Transformationswandel begleiten.

Was passiert dabei?

Gerade in Zeiten von schnelllebigen Entscheidungen unterstützt diese Methode dabei, bessere Entscheidungen zu treffen. Was sich wie nachfolgend beschrieben, nach einem langen Prozess anhört, ist tatsächlich oft nur eine Sache von ein paar Minuten. Werden Sie in einer Diskussion angegriffen, birgt der OODA-Loop die Chance, nicht direkt aus dem Bauch heraus auf den Angriff zu reagieren, sondern einen Augenblick inne zu halten und entsprechend der vier Stufen zu entscheiden, welche der möglichen Alternativen sie auswählen.

Definition: Was ist der OODA-Loop? 

Der OODA-Loop ist eine Methode zur Entscheidungshilfe für Führungskräfte. Besonders bei wichtigen  Entscheidungssituationen helfen die vier Stufen der Vorgehensweise. Ursprünglich stammt aus dem militärischen Bereich, wird aber mittlerweile von Führungskräften im Silicon Valley angewendet. Es definiert eine Entscheidungsschleife, die aufgrund eines neuen Ereignisses immer wieder durchlaufen wird. Die Anwendung der Entscheidungsschleife unterstützt dabei, unseren Autopilot (nach Neuroleadership System 1) auszuschalten, da wir hier meistens Entscheidungen nach altbekannten und bewährten fällen würden. Gerade in Zeiten von ständiger Veränderung ist es nicht immer zielführend. Es gibt nicht immer nur die eine Lösung. Um die Gehirnkapazitäten nützen zu können, ist der Einsatz des OODA-Loops sehr hilfreich.

OODA ist die Abkürzung für die Begriffe:

  • Observe – beobachten
  • Orient – orientieren
  • Decide – entscheiden
  • Act – handeln

OODA-Loop Entscheidungsschleife

 

Welche konkreten Schritte gibt es?  

Wie genau kann diese Entscheidungsschleife im Führungsalltag nun eingesetzt werden?

Immer dann, wenn es um eine wichtige Entscheidung geht, zB ein Gespräch unter vier Augen mit einem Vorgesetzten oder einer MitarbeiterIn. (Summa & Kirbach, 2020, S. 98ff) 

Stufe 1) Beobachten

Nehmen Sie sich sechs Sekunden Zeit, bevor Sie etwas tun. Beobachten Sie genau was passiert und erfassen Sie die vorliegenden Informationen:

• Wer möchte etwas von Ihnen? Und weshalb?

Wichtig ist in diesem Schritt, die Datensammlung und die -Bewertung zu trennen. Hier ist es wichtig, die Situation zu verstehen, ohne diese zu bewerten. Durch das Trennen von Sammeln und Bewerten bremsen Sie spontane Entscheidungen, die aus dem Gehirnsystem 1 getroffen werden. Damit geben Sie System 2 die Zeit, in Aktion treten zu können.

Stufe 2) Orientieren 

Im zweiten Schritt geht es darum, die Wahrnehmungen aus der Umwelt richtig zu interpretieren. Die meisten Informationen, die gesammelt werden, werden im Kontext der Kultur und bisherigen Erfahrungen und unserer unbewußten Vorurteile bewertet. Hier geht es daher um Reflexion und Offenheit für andere Perspektiven.0

Stufe 3) Entscheiden 

Auf Basis der bisherigen Analyse und vorliegenden Datenlage gilt es nun, die besten Optionen zu identifizieren. Suchen Sie bewusst Stärken und Schwächen Ihrer Entscheidungsoptionen und mögliche Auswirkungen. Hier sind Sie nun im Denkmodus System 2 (Neuroleadership) und sind in der Lage, eine bewusste Entscheidung zu wählen.

Wirksame EntscheiderInnen kennen Erklärungsmodelle aus verschiedensten Disziplinen und passen ihre Denkmodelle nicht der Umgebungswahrnehmung an, sondern wählen jenes aus, das am besten der Wahrnehmung der Realität angepasst ist und damit die höchste Wahrscheinlichkeit hat, die richtigen Hinweise für wirksames Handeln zu geben.

Stufe 4) Handeln 

Am Ende des Prozesses zur Entscheidungsfindung steht das Handeln. Hier gewinnen Sie wiederum Daten und Informationen für Ihren nächsten Loop. Haben Sie Zeit, können Sie hier verschiedene Handlungsoptionen  auf Herz und Nieren testen und damit Ihre Hypothesen testen. Die Ergebnisse können für die nächste Beobachtungsphase verwendet werden.

 

Was sind die wesentlichen Kernelemente? 

René Demin, Personalchef beim deutschen Anbieter für Erlebnisgeschenke Jochen Schweizer/Mydays erzählt im Buch von Summa & Kirbach (2020, S.102)  von seinem persönlichem AHA-Moment, nachdem er das Buch Schnelles Denken, langsames Denken von Daniel Kahnemann gelesen hatte.  Er suchte nach einer Methode, womit er bessere Entscheidungen treffen könnte. Der OODA-Loop gab ihm einen klaren Handlungsrahmen für die Trennung der Automatisierung von Reiz und Reaktion vor. Er wendet dies nun konkret bei Führungskräften und MitarbeiterInnen an.

Ergebnis

Die Reaktionen der Menschen fallen fundierter aus, dabei sind sie entspannt und zufrieden und die Qualität der Entscheidungen steigt. Für Führungskräfte, die bei den ersten beiden Stufen Probleme haben, bietet er ein spezielles Box-Coaching an. Hier werden alle Vor- und Nachteile des aktuellen Entscheidungsverhaltens aufgezeigt und gemeinsam Strategien entwickelt, wie sie zukünftig  ausgewogenere Entscheidungen treffen können.

 

Weiterführende Links   

Link zu Wikipedia  

Harvard Business Manager

Randori Analysis  –  Planspiele für strategische Analyse


 


Kontaktfoto Sabine Wölbl

Senden Sie uns Ihre Erfahrungen und präsentieren Sie Ihre Ideen zur Veröffentlichung und Erweiterung der bestehenden Karten unter sabine.woelbl@potenzialfinder.com

Hier geht’s  zur Übersicht  aller Leadership Performance Cards.