AI Act – Artificial Intelligence | Künstliche Intelligenz

Was versteht man unter dem AI Act?  

Der AI Act ist ein europäischer Vorschlag (Rahmenrichtlinie)  für einen gültigen Rechtsrahmen für den Einsatz Künstlicher Intelligenz (KI) bzw. Artificial Intelligence (AI) in englisch. Im Dezember 2023 gab es eine politische Einigung des Europäischen Parlaments und des Rates über das Gesetz über künstliche Intelligenz. Dieses KI-Gesetz der EU bietet einen ersten umfassende Rechtsrahmen für künstliche Intelligenz weltweit.  Diese Regeln sollen in Europa einen einheitlichen Standard darstellen. Damit sollen Risiken gemindert werden, die durch die spezifische Nutzung von KI entstehen können.

Diese Rahmrichtlinie soll zukünftig KI-Entwicklerinnen und Entwickler, sowie allen Anwender:innen Klarheit darüber bieten, wenn bestehende nationale und EU-Rechtsvorschriften verletzt werden sollten.  Dieser Rechtsrahmen für KI basiert auf vier verschiedenen Risikoebenen: minimales Risiko, hohes Risiko, inakzeptables Risiko und spezifisches Transparenzrisiko.  Zusätzlich werden spezielle Regeln für allgemeine KI-Modelle eingeführt.

Aktueller Status des verabschiedeten AI-Acts vom 13.03.2024

europarl.europa.eu

AI Act Potenzialfinder.com

Quelle: EU    europarl.europa.eu

Hier finden Sie eine kurze Zusammenfassung der wichtigsten Punkte des Dokuments über den Künstliche Intelligenz Akt des Europäischen Parlaments:

  • Ziel des Gesetzes: Etablierung eines einheitlichen Rechtsrahmens für die Entwicklung, das Inverkehrbringen, die Inbetriebnahme und die Nutzung von KI-Systemen in der EU, um Innovation zu fördern und gleichzeitig ein hohes Schutzniveau für Gesundheit, Sicherheit und Grundrechte zu gewährleisten.
  • Anwendungsbereich: Das Gesetz soll auf alle KI-Systeme angewendet werden, unabhängig davon, ob sie innerhalb der EU oder in Drittländern entwickelt wurden, und zielt darauf ab, Fragmentierung des Binnenmarktes zu verhindern und Rechtssicherheit für Betreiber zu schaffen.
  • Risikobasierter Ansatz: Das Gesetz folgt einem risikobasierten Ansatz, wobei bestimmte KI-Praktiken verboten sind und Anforderungen an Hochrisiko-KI-Systeme sowie Verpflichtungen für die entsprechenden Betreiber festgelegt werden.
  • Transparenz und Rechenschaftspflicht: Es werden Transparenzpflichten für bestimmte KI-Systeme festgelegt, um sicherzustellen, dass Anbieter und Nutzer von KI-Systemen über die Fähigkeiten und Grenzen der KI informiert sind und betroffene Personen über ihre Rechte aufgeklärt werden.
Weitere Infos: europarl.europa.eu

Zusammenfassung der wichtigsten Punkte im AI Act

  1. Verbotene KI-Anwendungen: Das Gesetz untersagt den Einsatz von KI in einer Weise, die soziales Verhalten bewertet, Menschen beeinflusst oder ihre Schwächen ausnutzt. Dazu gehören biometrische Kategorisierung, ungezieltes Auslesen von Gesichtsbildern, Emotionserkennungssysteme am Arbeitsplatz und in Schulen sowie vorausschauende Polizeiarbeit, die ausschließlich auf Profilerstellung basiert.
  2. Ausnahmen für Strafverfolgungsbehörden: Obwohl die Nutzung biometrischer Fernidentifizierungssysteme im Allgemeinen verboten ist, sind eng definierte Ausnahmen unter strengen Sicherheitsauflagen erlaubt, z. B. zur Suche nach vermissten Personen oder zur Verhinderung von Terroranschlägen.
  3. Verpflichtungen für Hochrisiko-Systeme: KI-Systeme, die in sensiblen Bereichen wie Bildung, Gesundheitswesen oder Justiz eingesetzt werden, müssen Risiken bewerten, Protokolle führen und transparent sein. Betroffene Personen haben das Recht, Beschwerden einzureichen und Erklärungen für Entscheidungen zu erhalten, die ihr Leben beeinflussen.
  4. Transparenzanforderungen: Allgemein verwendbare KI-Systeme müssen bestimmte Anforderungen erfüllen, wie die Einhaltung des Urheberrechts und die Offenlegung der Trainingsdaten. Leistungsfähigere Modelle unterliegen zusätzlichen Anforderungen zur Bewertung und Minderung systemischer Risiken.
  5. Kennzeichnung von Deepfakes: Künstlich erzeugte oder bearbeitete Inhalte müssen klar als solche gekennzeichnet werden, um Verwirrung und Missverständnisse zu vermeiden.
  6. Förderung von Innovation und KMU: Die Mitgliedstaaten sind angehalten, Reallabore für Tests unter realen Bedingungen einzurichten, um kleinen und mittleren Unternehmen sowie Start-ups die Entwicklung innovativer KI-Systeme zu erleichtern.

 

Für Führungskräfte bedeutet dies:

Es ist wichtig, sich der neuen Regulierungen bewusst zu sein und sicherzustellen, dass die Entwicklung und der Einsatz von KI-Systemen im Einklang mit diesen stehen. Folgende Punkte unterstützen dabei:

  1. Mit der KI vertraut werden: Führungskräfte sollten grundlegende KI-Anwenderkenntnisse besitzen, um die Tragweite eines KI-Einsatzes zu verstehen und die Herausforderungen sowie Vorteile abschätzen zu können.
  2. Ethische KI-Nutzung und Einhaltung des KI-Gesetzes: Unternehmen sollten sich den Compliance-Bestimmungen des EU AI-Acts annähern, internes Know-how aufbauen, sich mit dem Risikorahmen des AI-Gesetzes vertraut machen und Standards sowie Zertifizierungen anwenden, die eine Compliance mit dem AI Act und ethische Dokumentation garantieren.
  3. Die eigene KI-Richtlinie erstellen: Eine unternehmensspezifische KI-Richtlinie schafft Klarheit und Vertrauen. Sie sollte den generellen Standpunkt zum Einsatz von KI, den Umgang mit KI, Datenschutz, Fairness und eventuelle Auswirkungen auf Arbeitsplätze adressieren.
  4. Die Folgen der KI-Nutzung abschätzen: Unternehmen sollten die möglichen Veränderungen im Wettbewerbsumfeld, Kundenverhalten, Geschäftsabschlüssen und gesellschaftlichen Wandel durch den Einsatz von KI evaluieren.
  5. Produktivitätssteigerungen durch KI sicherstellen: Um die Produktivität durch KI zu steigern, sollten Mitarbeiter im Einsatz von KI-Tools geschult werden, Bereiche für den sinnvollen Einsatz von KI definiert und eine firmenspezifische KI-Umgebung geschaffen werden.
  6. Die nationale Umsetzung des AI-Acts beobachten: Die einheitliche Verwaltung des AI Acts durch nationale AI Offices ist für die Wettbewerbsfähigkeit Europas essentiell. Unternehmen sollten die Entwicklungen und die Umsetzung des AI Acts auf nationaler Ebene im Auge behalten, um das Potenzial voll ausschöpfen zu können.

 

Umsetzungsempfehlungen von Potenzialfinder.com

  • Schulungen und Workshops anbieten: Regelmäßige Schulungen für Führungskräfte und Mitarbeiter, um das Bewusstsein und Verständnis für KI zu schärfen.
  • Ethik- und Compliance-Teams stärken: Bildung von spezialisierten Teams, die sich mit ethischen Fragen und der Einhaltung gesetzlicher Vorschriften befassen.
  • KI-Richtlinien kommunizieren: Transparente Kommunikation der KI-Richtlinien gegenüber allen Stakeholdern.
  • Markt- und Technologieanalyse: Ständige Beobachtung des Marktes und der technologischen Entwicklungen, um Chancen und Risiken frühzeitig zu identifizieren.

Langfristige Strategieentwicklung: Entwicklung einer langfristigen KI-Strategie, die über schnelle Erfolge hinausgeht und eine nachhaltige Integration von KI in das Unternehmen ermöglicht.

  • Engagement in Netzwerken und Austausch mit Behörden: Aktive Teilnahme an Diskussionen und Austausch mit Behörden und anderen Unternehmen, um Best Practices zu teilen und von anderen zu lernen.

 

Sie interessieren sich für eine Strategie zur schrittweisen Implementierung von Künstlicher Intelligenz in Ihrem Unternehmen? Gerne stehe ich für ein kostenloses Erstgespräch zur Verfügung!


Kontaktfoto Sabine Wölbl

Dr. Sabine Wölbl

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