A

Artificial Intelligence

Artificial Intelligence ist (= Künstliche Intelligenz, auch KI) ist ein Teilgebiet der Informatik, die sich mit der Automatisierung des "intelligenten Verhaltens" befasst.

Augmented Reality

Augmented Reality (= erweiterte Realität) bezeichnet die computerunterstützte Erweiterung der Realitätswahrnehmung. Diese kann alle menschlichen Sinne ansprechen.

Beispiel: Bei einer Fußball-Übertragung ist die erweiterte Realität beispielsweise das Einblenden von Entfernungen bei Freistößen mithilfe eines Kreises oder einer Linie.

Im Gegensatz zur virtuellen Realität, wo die Benutzerin oder der Benutzer komplett in eine virtuelle Welt eintaucht, steht bei der erweiterten Realität die Darstellung zusätzlicher Informationen im Vordergrund. So können Monteure zB den nächsten Arbeitsschritt direkt in ihr Sichtfeld einblenden.

Die Einsatzgebiete von Augmented Reality sind vielfältig. Vor allem im Unterhaltungsbereich, Werbung und Verkauf sowie Industrie und Instandhaltung.

vgl. Wikipedia, KMU DIGITAL

B

Balanced Scorecard

Die Balanced Scorecard wurde in den 90er Jahren von Kaplan und Norton zur strategischen Unternehmenssteuerung entwickelt.[1] Sie ist sowohl ein Kennzahlensystem, das finanzielle als auch nicht finanzielle Messgrößen berücksichtigt, als auch ein strategisches Managementinstrument.[2]

Bei der BSC wird das Unternehmen aus verschiedenen Perspektiven betrachtet und als Gesamtes bewertet. Es wird die Voraussetzung geschaffen, dass die Ziele und das Verhalten der MitarbeiterInnen auf die Gesamtstrategie ausgerichtet werden. Es ist keine exakte monetäre Bestimmung des intellektuellen Kapitals möglich. [3]



[1] vgl. Probst HJ.: Balanced Scorecard leicht gemacht. Warum sollten Sie mit weichen Faktoren hart  rechnen? Ueberreuter 2001, Wien/Frankfurt S. 14
[2] vgl. Christians U.: Performance Management und Risiko. Strategieumsetzung mit risikointegrierter Balanced Scorecard, Wissensbilanzen und Werttreibernetzen; Methodik und Fallbeispiele aus dem Bankensektor, Berlin 2006, S. 111
[3]  vgl. Diegelmann M: 100 Kennzahlen der Balanced Scorecard, Cometis 2008, S. 5

 

Balanced Scorecard

Beziehungskapital

Das Beziehungskapital stellt den Wert der bestehenden Geschäftsbeziehungen einer Organisation oder eines Unternehmens dar.

Hierzu zählen die Beziehungen zu den Kunden, zu den Lieferanten und zu allen weiteren Partnern wie Stakeholder, Presse und Öffentlichkeit dar.  Es hat den Wert, der diesen Geschäftsbeziehungen
beigemessen wird. Das Beziehungskapital gehört zu den immateriellen Vermögenswerten einer Organisation. Für die Erstellung einer  Wissensbilanzen ist das Beziehungskapital maßgeblich von Bedeutung.

Big Data

Big Data ist ein allgemeiner Begriff, der für die Beschreibung umfangreicher Mengen unstrukturierter und Daten verwendet wird, die Unternehmen täglich produzieren. 

Big Data wird häufig als Sammelbegriff für digitale Technologien verwendet, die in technischer Hinsicht für eine neue Ära digitaler Kommunikation und Verarbeitung und in sozialer Hinsicht für einen gesellschaftlichen Umbruch verantwortlich gemacht werden.

Blockchain

Eine Blockchain  (Kette aus Blöcken) ist eine kontinuierlich erweiterbare Liste von Datensätzen, die mittels spezieller Verschlüsselung miteinander verbunden sind.
Charakteristisch ist, dass spätere Transaktionen auf früheren Transaktionen aufbauen und diese als richtig bestätigen, indem sie die Kenntnis der früheren Transaktionen beweisen. Damit wird es unmöglich gemacht, Existenz oder Inhalt der früheren Transaktionen zu manipulieren oder zu tilgen, ohne gleichzeitig alle späteren Transaktionen ebenfalls zu zerstören, die die früheren bestätigt haben.

Quelle: vgl. Wikipedia

Beispiel Bitcoin (= digitale Münze)
Überweisungen werden von einem Zusammenschluss von Rechnern über das Internet mithilfe einer speziellen Peer-to-Peer-Anwendung abgewickelt, sodass anders als im herkömmlichen Bankverkehr keine zentrale Abwicklungsstelle benötigt wird. Eigentumsnachweise an Bitcoin können in einer persönlichen digitalen Brieftasche gespeichert werden. Der Umrechnungskurs von Bitcoin in andere Zahlungsmittel bestimmt sich durch Angebot und Nachfrage.
Quelle: Wikipedia

Bitcoin vereinfachte Grafik

Business Reporting

Ein Business Reporting wird als Oberbegriff für eine erweiterte Berichtskonzeption börsennotierter Unternehmen verwendet.

In den USA wurde bereits Mitte der 90er Jahre eine Weiterentwicklung des traditionellen Financial Reporting zu einem umfassenden Business Reporting vorgeschlagen. Es wurde erkannt, dass das herkömmliche Financial Reporting den Informationsbedürfnissen der Jahresabschlussadressaten nicht genügt. Seitdem wird der Begriff des Business Reportings als Oberbegriff für eine erweiterte Berichtskonzeption benutzt: neben den Jahresabschlusswerten werden finanzielle Prognosen, nicht-quantitative operative Informationen sowie zukunftsbezogene Informationen berücksichtigt.

Ein zusätzliches Reporting, das auch über immaterielle Potenziale berichtet, wird in der Literatur für Konzernberichterstattung als Value Reporting bezeichnet.

Quelle: Wulf Inge, Müller S. (Hrsg.) Immaterielle Vermögenswerte nach IFRS, Ansatz, Bewertung, Goodwill-Bilanzierung, Erich Schmidt Verlag Berlin 2008, S 115 f

C

Chat-Bots

Chat-Bots sind Computerprogramme, die Texte selbständig schreiben und Antworten generieren. Es ist eine Software, die unter Zuhilfenahme von natürlicher Sprache mit Menschen Dialoge führen kann - sowohl verbal als auch schriftlich.

Chat-Bots werden von immer mehr Unternehmen eingesetzt, um die Kommunikation mit den Kunden zu automatisieren. Ein großes Einsatzgebiet ist hier der Kundenservice: Chatbots ermöglichen die automatisierte Abwicklung von Kundenanfragen rund um die Uhr.

Durch die hohe Nutzung mobiler Endgeräte wie Smartphones und Wearables (= tragbare Computersysteme) wird die Nutzung von Chatbots weiter zunehmen.

Chief Information Officer

Die Führungskraft des Informationsmanagements auf strategischer Ebene (Top-Management) wird in größeren Unternehmen als Chief Information Officer (CIO) bezeichnet.

Closed Innovation

Bei der Closed Innovation (geschlossene Innovation) befinden sich die Innovatoren ausschließlich
innerhalb einer Organisation. Im Gegensatz dazu siehe Open Innovation

Co-Creation

Customer Co-Creation ist eine neue Form der Zusammenarbeit zwischen Unternehmen und Kunden. Es ist ein offener Prozess der Innovation, wo Kunden direkt in die Produktgestaltung bzw. -erstellung mit einbezogen werden. Eine interessierte Community von NutzerInnen entwickelt, produziert undverkauft gemeinsam mit einem Unternehmen Produkte.

Durch die Kreativität der Community entstehen neue Produktideen mit verbessertem Kundenlösungen.

70 Prozent jener Unternehmen, die außergewöhnliche Kundenorientierung anbieten, arbeiten und entwickeln neue Produkte und Dienstleistungen zusammen mit ihren Kunden. Ein direktes Beispiel dafür ist das Unternehmen LEGO. Mithilfe der Online-Community können die Mitglieder ihre eigenen Ideen einbringen. Fans können ihr Feedback zu den Ideen einbringen. Sobald es über 10.000 Votes bzw. Zustimmungen zu einer Idee gibt, wird diese Idee prämiert und auch entwickelt und verkauft.  

Cookies

Cookies sind kurze Datenbank- oder Verzeichniseinträge zum Informationsaustausch zwischen Computerprogrammen. Es sind kleine Textdateien, die auf dem lokalen Rechner der Besucher der Website abgelegt werden, um sie beim nächsten Besuch wieder identifizieren zu können. Durch Cookies werden Besucher authentifiziert und es wird eine sogenannte „Session-ID“ gespeichert.

Sitzungsbezogene Cookies werden nach dem Verlassen einzelner Webseiten wieder verworfen. Permanente Cookies (z.B. für Funktionen wie „Passwort merken“) verbleiben bis zur Löschung durch den Browser auf der Festplatte des Computers des Besuchers abgespeichert.

Customer Journey

 Customer Journey  bezeichnet die einzelnen Zyklen und Berührungspunkte, die ein Kunde/eine Kundin durchläuft, bevor er oder sie sich für den Kauf eines Produktes oder einer Dienstleistung entscheidet.

Neben den direkten Interaktionspunkten wie Anzeige, Werbespot, Webseite, gibt es auch die indirekten Kontaktpunkte wie Bewertungsportale, Userforum und Blogs.

Quelle: vgl. Wikipedia

D

deklaratives Wissen

Als deklaratives Wissen gelten Inhalte, die sie sich auf Fakten beziehen und sprachlich in
Form von Aussagesätzen beschrieben werden können.

Es handelt sich dabei um Tatsachen (wie Darstellung bestimmter Sachverhalte)  bzw. um  Gegenstände wie Personen oder Objekte.

Das deklarative Wissen wird auch als „Kennen“ oder als „Wissen was“ bezeichnet. Es wird beim deklarativen Wissen noch zwischen semantischem und episodischem Wissen differenziert:

  • Semantisches Wissen ist abstraktes Weltwissen. „Rom ist die Hauptstadt von Italien“
  • Episodisches Wissen an die Erinnerung an eine bestimmte Situation gebunden.  „Letzten Sommer war ich in Rom auf Urlaub“

Design Thinking

Design Thinking ist eine Methode, um Innovationen und Produktideen zu generieren. Sie ist auch unter dem Namen Service-Design bekannt und wurde bereits vor Jahrzehnten an der Universität Stanford entwickelt.

 
Im Mittelpunkt des Design-Thinking Prozesses stehen die Kunden, deren Bedürfnisse,  Anforderungen und Erwartungen. Dafür werden jedoch keine Studien herangezogen, sondern die Erkenntnisse werden durch Beobachten und Befragen gewonnen.
 
Es ist eine Kombination aus Verstehen, Beobachten, Entwickeln, Ausprobieren, Verfeinern.  Neue Produkte, Dienstleistungen aber auch Organisations- oder MitarbeiterInnen-Themen. Es bindet die NutzerInnen direkt in den Entstehungsprozess mit ein und stellt deren Wünsche und Anforderungen in den Mittelpunkt.
 
Design Thinking ist ein Mindset, das mit anderen Prinzipien und Werkzeugen arbeitet, als Unternehmen bisher gewohnt sind.  Es stellt die Denkroutine von Unternehmen in Frage.

Digital Leadership

Digital Leadership ist ein wissenschaftlicher Ansatz zur Definition der Aufgaben und Werkzeuge der Führung in Zeiten der Digitalisierung allgemein und in Phasen der Transformation in die Digitalisierung im Speziellen.  (Wikipedia) 

Eines der Kernelemente des Digital Leadership (nach Creusen) ist die Weiterentwicklung partizipativer Führungsmodelle. Damit werden größere Grade an Schnelligkeit, Agilität und Flexibilität in den Entscheidungen erzielt. Ziel dieser Maßnahmen ist es, disruptiven Geschäftsmodellen von Konkurrenten vorzubeugen oder zumindest schneller auf diese reagieren zu können.

to disrupt (engl.) bedeutet unterbrechen, es bezeichnet auch eine Störung

 

Digital Natives

Personen, die nach 1990 geboren ist, gehören zur Generation Z (= Digital Natives) und haben von Kindesbeinen an gelernt, mit der Digitalisierung unkompliziert und selbstverständlich umzugehen.

 

Digitale Trends

Digitale Trends beschreiben die Auswirkungen neuer digitaler Technologien auf bestehende Geschäftsmodelle.  Für die digitale Transformation werden Kundenerlebnisse, Prozesse und neue Geschäftsmodelle von zentraler Bedeutung sein.  Nachfolgend ein paar Beispiele digitaler Trends: 

Trend Augmented Reality und Virtual Reality:
bietet außergewöhnliche Kundenerlebnisse und ermöglicht neue Arbeitsprozesse  

Trend Chatbots, Conversational Uls & Co 
 beschreibt die Revolution in der Interaktion mit Technologien

Trend Artificial Intelligence und Machine Learning
 beschreibt die Zusammenarbeit von Mensch und Maschine

Trend IoT (Internet of Things) und Connected Workspace
 beschreibt die smarte Vernetzung 

Trend Smart Ecosystems
neue, datenbasierte Geschäftsmodelle im digitalen Zeitalter

Thema Digital Business Units 
Freiraum für digitale Innovationen

Der WKO-Digitalisierungskompass unterstützt bei der persönlichen Analyse, die Chancen und Möglichkeiten der Digitalisierung in den unterschiedlichen Handlungsfeldern Ihres Unternehmens zu nutzen:

  • Produkte und Dienstleistungen
  • Kundenbeziehungen und Marketing
  • Abläufe und Prozesse
  • Geschäftsmodelle und Wertschöpfungskette
  • Organisation, MitarbeiterInnen und Unternehmenskultur
  • Information, Technologie und Datenschutz
  • Bildergebnis für digitale trends wko

 

Disruptive Geschäftsmodelle

Ein disruptives Geschäftsmodell  ist ein völlig neues Geschäftsmodell, das bestehende Technologien, ein bestehendes Produkt oder eine bestehende Dienstleistung möglicherweise vollständig verdrängt.

disrupt (engl.) bedeutet unterbrechen, es bezeichnet auch eine Störung

Beispiele disruptiver Geschäftsmodelle von Firmen aus dem Silicon Valley. Wie kann man in der digitalen Welt im Internet Geld mit einer Dienstleistung oder einem Produkt verdienen, wo eine Vielzahl an Informationen und Dienstleistungen für jeden und jederzeit frei verfügbar ist: 

  • Abo-Modell (Subscription Model):   Leistung für bestimmten Zeitruam: Netflix, Apple Music, Adobe Creative Cloud
  • Das Freemium-Modell: nur Nutzung der  Grundfunktionalität ist kostenlos    Spotify, LinkedIn, Dropbox
  • Free-Modell: Der Konsument bezahlt die Leistung mit seinen persönlichen Daten, welche für die Weiterentwicklung des Produkts, den Weiterverkauf oder zu Werbezwecken verwendet wird: Google, Facebook: if you’re not paying for the product you are the product
  • Marktplatz-Modell: je Transaktion von Käufer/Verkäufer  wird Vermittlungsgebühr eingehoben:  eBay, Apple App Store, AirBnb
  • Access-over-Ownership Modell (Sharing Economy): zeitlich begrenzter Zugang zu Gütern oder Dienstleistungern wird über digitale Plattform zur Verfügung gestellt, Zipcar
  • Warehouse Modell,  Produkte werden aufmehreren Kanälen angeboten, zeitweise unter dem Einstandspreis, Apple, Amazon
  • Erlebnis Modell Das Produkt oder die Dienstleistung bietet ein entsprechendes Erlebnis auf hohem Level mit höchster Qualität. Dafür sind Kunden bereit, mehr zu bezahlen.  Tesla, Apple
  • Pyramiden Modell Reseller und Affiliates bewerben das Produkt oder die Dienstleistung und erhalten dafür eine Provision,   Amazon, Microsoft
  • Auf-Anfrage Modell (on demand) Menschen mit Geld aber ohne Zeit bezahlen für eine Leistung von jemandem mit Zeit aber wenig Geld. Der Betreiber bzw. Vermittler verrechnet wiederum die Kommission für die Vermittlung. Uber
  • Ökosystem Modell, einzelne Produkte sind voneinander abhängig und schaffen nur in gemeinsamer Verwendung einen grossen Mehrwert für den Konsumenten.  Google, Apple

 

E

 

Effectuation

Effectuation ist eine Methode unternehmerischer Expertise: eine eigenständige Entscheidungslogik, die von erfahrenen Unternehmern in Situationen der Ungewissheit eingesetzt wird.
 
Es ist eine eigenständige Logik des Entscheidens und Handelns, die Akteure dabei unterstützt, Neues in die Welt zu bringen.
 

  • Neues: Effectuation bringt aus vagen Ideen neue Produkte, Dienstleistungen, Problemlösungen hervor.
  • Co-Kreation: Vereinbarungen mit denen, die bereit sind, mitzumachen und das Neue mit zu gestalten.
  • Handlungsfähigkeit: Faustregeln um zu entscheiden, was als nächstes zu tun ist.

 
Es gibt 4 Prinzipien:

  1. Mittelorientierung statt Zielorientierung
  2. Leistbarer Verlust statt erwarteter Ertrag
  3. Umstände und Zufälle nutzen statt vermeiden
  4. Partnerschaften statt Konkurrenz

Quelle: Effectuation.at
 

bird-in-hand-Prinzip:  Die Einstellung gegenüber der Zukunft: Zukunft gestalten statt planen. Arbeite mit dem, was du hast. Arbeite mit den Dir zur Verfügung stehenden Mitteln.
 
Affordable loss-Prinzip: Die Einstellung gegenüber Risiko und Ressourcen-Einsatz.
Gehe nur jene Risiken ein, die Du Dir leisten kannst. Nicht alles auf eine Karte setzen.
Dein individuell leistbarer Verlust bestimmt, welche Gelegenheiten Du wahrnimmst.
 
 Lemonade-Prinzip: Die Einstellung gegenüber Risiko und Ressourcen-Einsatz:
„Wenn dir das Leben Zitronen gibt, mache Limonade daraus“. Nütze Überraschungen und gestalte Zufälle in Deiner Umwelt zu Deinem Nutzen.
 
patchwork quilt - Die Einstellung gegenüber Anderen:
Vereinbare Partnerschaften mit denen, die bereit sind, unter Ungewissheit verbindliche Vereinbarungen einzugehen und eigene Mittel zur Kreation der Gelegenheit beizutragen. = Self-selecting Stakeholder, das sind jene Partner, die aus Eigeninteresse dabei sein wollen.
 

 

Quelle: vgl. Wikipedia, Andreas Küppers, Frankfurt School, Michael Faschingbauer

 

Explizites Wissen

Der Begriff explizites Wissen bezeichnet dokumentierbares und kommunizierbares Wissen. Es  kann mit Hilfe von Informations- und Kommunikationstechniken übertragen, verarbeitet und gespeichert werden. > vgl.  implizites Wissen  

F

Fintech

Fintech ist die Kurzform für Finanztechnologie. Durch den Einsatz moderner Informations- und Kommunikationstechnik verändern sich bestehende Prozesse und bieten damit Alternativen zu klassischen Dienstleistungsangeboten wie Kreditvergaben oder Kapitalanlagen.

Online-Plattformen, neue Computersoftware und Apps bieten eine hohe Transparenz sowie einen strukturierten Prozessablauf bei digitalisierten Finanzdienstleistungen sowohl für HerstellerInnen und NutzerInnen.

G

Value-Reporting

Das Value-Reporting, auch Shareholder Value Reporting genannt
bezeichnet die wertorientierte Berichterstattung eines Unternehmens. Sie erleichtert den Abbau von Informationsasymmetrien zwischen  Management und Investoren und dient der Unternehmenswerteinschätzung durch Investoren.

Quelle: vgl. Wulf Inge, Müller S. (Hrsg.) Immaterielle Vermögenswerte nach IFRS, Ansatz, Bewertung, Goodwill-Bilanzierung, Erich Schmidt Verlag Berlin 2008, S 117      
 
 http://www.COMPLIANCEdigital.de/978-3-503-11451-1_1602

H

Hard Facts

Hard Fact sind Kennzahlen eines Unternehmen.

Hard Facts sind quantitative Faktoren (Zahlen, Daten, Fakten) die zB im Rahmen eines Ratingprozesses von Kreditinstituten zum überwiegenden Teil aus den Jahresabschlüssen   gewonnen werden. Es werden dabei Kennzahlen errechnet, um das Unternehmen in Hinblick auf das Kreditrisiko zu bewerten. Solche Faktoren sind zB die Eigenkapitalquote, Debitorenziel, Umsatzrentabilität und Cash-flow. Im Gegensatz dazu gibt es Soft Facts.

 

Humankapital

Humankapital ist der Oberbegriff für Kompetenzen, Fertigkeiten und Motivation von MitarbeiterInnen. Das Humankapital einer Organisation umfasst alle Eigenschaften und Fähigkeiten, die die einzelnen MitarbeiterInnen in die Organisation mit einbringen.

Es ist im Besitz der Mitarbeiterin oder des Mitarbeiters und verlässt mit dieser Person die Organisation

I

 

iBeacons

 
Ein Beacon ist eine Funktechnologie. (= Leuchtfeuer)  Es bezeichnet  einen Sender oder Empfänger, der auf der Bluetooth Low Energy (BLE) oder auch Bluetooth Smart Technologie basiert,
 
Bekannt geworden  durch Apple iBeacon sind Smartphones und Tablets ab iOS7 beziehungsweise Android 4.3 mit dieser Technologie ausgestattet und somit für Beacons empfänglich.
 
Einsatzmöglichkeiten:

  • Stationärer Einzelhandel: Einblendung von Produktinfos am Point of Sale oder Hinweise Sonderangebote, Lenkung Besucherwege
  • Sport: in den USA gibt es bereits über 20 Baseballstadien mit iBeacons, um Besuchern die Wege im Stadion zu erleichtern: Info über kürzeste Schlange, Gestaltung Besucherströme, Sitzplatzupgrades
  • Museum: anhand von Beacons, die an einzelnen Ausstellungsstücken angebracht sind, werden Besucher durch das Museum geleitet. An einem Ausstellungsstück angekommen werden weitere Informationen per App bereitgestellt. Das Smartphone ersetzt in diesem Fall spezielle Geräte für Audio-Guides.
  • Stadtführung: Die Sender werden dabei an wichtigen Gebäuden, historischen Orten oder auch als Hinweis auf lokale Gastronomie angebracht. Der Nutzer kann dabei auf mobile Datenverbindung und GPS-Ortung verzichten.
  • Industrie: hier werden sie in der industriellen Produktion zur Identifikation von Werkstücken, Maschinen und Mitarbeitern eingesetzt

 Quelle: Wikipedia

Immaterielle Ressourcen

Eine andere Bezeichnung fur Intellektuelles Kapital. Die immateriellen Ressourcen umfassen das Human- (HK), das Beziehungs- (BK) und das Strukturkapital (SK) eines Unternehmens.

 

Implizites Wissen

Mit implizitem Wissen (engl. tacit knowledge) ist persönliches, an das Individuum gebundene Wissen gemeint, welches, im Gegensatz zu explizitem Wissen, nicht oder zumindest nur schwer systematisch zu verarbeiten oder zu übermitteln ist. 

Implizites Wissen ist gleichzusetzen mit stillem und unbewußtem Wissen. Jemand weiß, wie etwas genau funktioniert, kann es aber nicht beschreiben oder sagen, warum es so funktioniert.
Ein Beispiel dafür wäre die Fähigkeit, das Gleichgewicht zu halten beim Fahrrad fahren.  

Implizites Wissen basiert auf individueller Erfahrung, persönlichen Vorstellungen, Glauben, Perspektiven, Weltanschauung, Idealen, Werten und Emotionen.

Es besteht aus

  • Können (Gleichgewicht halten beim Fahrrad fahren)
  • Handlungsroutinen  (Experte für Brandschutz) 
  • Überzeugungen,
  • Glaubenssätzen und
  • geistigen Schemata.

 

Indikator

Der Indikator ist eine absolute oder relative Kennzahl zur Beschreibung eines Sachverhalts. Voraussetzung für die Vergleichbarkeit der Indikatoren sind eindeutige Definitionen, eine immergleiche Form der Berechnung sowie ein Interpretationsrahmen, der sich auf den zu beschreibenden Einflussfaktor bezieht.

Individuelles Wissen

Individuelles Wissen bezeichnet das Wissen einer einzelner Person. Im Gegensatz dazu gibt es das
kollektive Wissen.

Information

Informationen sind Daten in einem bestimmten Kontext und Zusammenhang. Informationen werden mit Kontext und Erfahrungen verknüpft und ergeben Wissen. (siehe Grafik Wissenspyramide)

Informationen sind übertragbar in Form von Daten und Signalen.  Es führt zu einer Entscheidung als Aktion.

 

Information Engineering

Unter Information Engineering versteht man die systematische Vorgehensweise mit unterschiedlichen Methoden, spezieller Techniken und Werkzeugen und deren Anwendung zur erfolgreichen Bearbeitung der Aufgaben des Informationsmanagements.  

Typische Methoden des Information Engineerings sind zB die Anwendung einer Portfolioanalyse, Nutzwertanalyse, Wirtschaftlichkeitsanalyse oder unterschiedliche Evaluierungsmethoden.

 

Informationsmanagement

Unter Informationsmanagement versteht man die Gesamtheit der Planung, Gestaltung, Führung, Koordination sowie Überwachung und Steuerung von Informationen und Kommunikation im Unternehmen zur Erreichung der strategischen Unternehmensziele.

Innovation

Innovation steht für „Neuerung“ oder „Erneuerung“.

Im allgemeinen Sprachgebrauch wird der Begriff unspezifisch im Sinne von neuen Ideen und Erfindungen und für deren wirtschaftliche Umsetzung verwendet. Im engeren Sinne resultieren Innovationen erst dann aus Ideen, wenn diese in neue Produkte, Dienstleistungen oder Verfahren umgesetzt werden (Erfindungen), die tatsächlich erfolgreiche Anwendung finden und den Markt durchdringen.

Intellektuelles Kapital

Das intellektuelle Kapital eines Unternehmen bezeichnet jene Werte, die durch Faktoren wie
Mitarbeiter-Know-How, kompetente Führungskräfte, Innovationskraft, Wert einer Marke,
gute Kunden- und Lieferantenbeziehungen sowie funktionierende Prozesse in der Fertigung
und der Administration definiert sind.

Intellektuelles Kapital ist das immaterielle Vermögen, das in der Bilanz eines Unternehmens nicht sichtbar ist, aber dennoch einen wesentlichen Wert darstellt.

Das intellektuelle Kapital wird in drei Kategorien eingeteilt:

 Je nach Zusammenhang werden die Begriffe auch „Intellectual Capital“, „Intangible Assets“, „Soft Facts“ oder auch „immaterielle Vermögenswerte“ synonym als intellektuelles Kapital verwendet.

K

KMU

KMU ist die Abkürzung für Kleine und mittlere Unternehmen. Die Englische Bezeichnung dafür lautet SME: Smll and Middle sized Enterrpirises. Die Europäische Kommission legte folgende Definition für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) fest: http://ec.europa.eu/enterprise/policies/sme/files/sme_definition/sme_user_guide_de.pdf

Die Größenklasse der Kleinstunternehmen sowie der kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) setzt sich aus Unternehmenzusammen, die weniger als 250 Personen beschäftigen und die entweder einen Jahresumsatz vonhöchstens 50 Mio. EUR erzielen oder deren Jahresbilanzsumme sich auf höchstens 43 Mio. EUR beläuft.

z Beschäftigte Umsatz in C Mio Bilanzsumme in C Mio
Mikro = Kleinstunternehmen 1 bis 9 2 2
Small =
Kleinunternehmen
10 bis 49 10 10
Middle sized =
Mittlere Unternehmen
50 bis 249 50 ≤  43

   

Aktuelle Zahlen von KMU in Österreich:

Quellen:   
WKO Wirtschaftskraft KMU   KMU-Forschung Österreich  Mittelstandsbericht 2016

 

   
   

 

Kollaboratives Wissensmanagement

Der kollaborative Ansatzes des Wissensmanagement beruht auf dem Prinzip, dass die in
vernetzten Gruppen bestehenden Wissensasymmetrien  durch Austausch und Teilen produktiv genutzt werden können.

Der einzelne Nutzer ist nicht mehr nur passiver Konsument, sondern – auch als IT-Laie – zunehmend in der Lage, global aktiv zu werden.

Kollektives Wissen

Kollektives Wissen bezeichnet das zu einem bestimmten Zeitpunkt vorhandene Wissen von einzelnen Personengruppen und Projektteams, MitarbeiterInnen einer Abteilung oder der gesamten Organisation.  Individuelles Wissen bezeichnet das Wissen einer einzelnen Person.

 

Kompetenzmanagement

Kompetenzmanagement geht als Kernaufgabe wissensorientierter Unternehmensführung über das traditionelle Verständnis von Aus- und Weiterbildung hinaus, indem Lernen, Selbstorganisation, Nutzung und Vermarktung der Kompetenzen integriert werden. Kompetenzmanagement ist eine Managementdisziplin mit der Aufgabe, Kompetenzen zu beschreiben, transparent zu machen sowie den Transfer, die Nutzung und Entwicklung der Kompetenzen, orientiert an den persönlichen Zielen des Mitarbeiters sowie den Zielen der Unternehmung, sicherzustellen.

Quelle: North, Reinhardt: Kompetenzmanagement in der Praxis

KPI - Key Performance Indicator

Key Performance Indicator ist ein Begriff aus der Socia Media Welt und bezeichnet eine oder mehrere Kennzahlen, die Aufschluss darüber geben, ob die gewählten Aktivitäten den vorab gesetzten (Unternehmens-)Zielen entsprechen.
 

Ein Beispiel für einen Social Media-KPI, der Aufschluss über das Ziel „Umsatzsteigerung“ gibt, ist zum Beispiel „Steigerung der Reichweite“.

 

  • Es ist ein Indikator dafür, ob der Bekanntheitsgrad des Unternehmens steigt
  • Im Idealfall führt höhere Bekanntheit zu mehr Kunden und mehr Kunden bedeuten mehr Umsatz
  • Impressions und das Follower-Wachstum wären zum Beispiel hier Social-Media-Metriken, die für die Messung der Reichweite herangezogen werden könnten 

O

Open Innovation

Die zentrale Idee von Open Innovation ist, daß sich Organisationen in einer zunehmend diversifizierten Welt mit weit verteiltem Wissen nicht nur auf ihre eigene Innovationskraft verlassen
können, sondern verstärkt auf die Integration und Nutzung externer Informationen
und Kompetenzen angewiesen sind wie zB auf Kunden, Lieferanten und Forschungseinrichtungen.
Im Gegensatz dazu siehe Closed Innovation.

P

Portfolioanalyse

Das Portfolio bezeichnet eine Sammlung von bestimmten Objekten. Es gibt in der Finanzwelt ein Aktienportfolio (= ein Bündel unterschiedlicher Investition). In der der Wirtschaft spricht man von
Produkten, Dienstleistungen, Projekten oder Marken, die im Portfolio des Unternehmens sind.

Eine Portfolioanalyse untersucht den aktuellen Status der eingesetzten Produkte (DL, ..) im Hinblick auf den Marktanteil des Unternehmens.

Die Portfolio-Analyse ist eine Technik zur Risikobetrachtung der Unternehmensstrategie. Diese wird  auf die Zweckmäßigkeit im Geschäftsalltag überprüft und ist damit ein Instrument der strategischen Unternehmensführung.

Unterschiedliche Analysetechniken stehen zur Verfügung:

  • Deckungsbeitragsanalyse
  • Boston Consulting Group Portfolioanalyse  (Question Marks, Dogs, Cash Cows, Stars)
  • McKinsey-Portfolio (aus neun Felder bestehend)
  • Portfolio-Ansatz von Markowitz

 
 Beispiel Matrix Portfolio-Analyse der Boston Consulting Group (BCG)

R

Ratingprozess

Der Ratingprozess ist ein Teilschritt in der Kreditvergabe.  Das Ratingergebnis ist eine Kennziffer, die die Ausfallwahrscheinlichkeit eines Kunden dargestellt. Kreditkunden von Banken erhalten ein Rating, nachdem die Bonität durch die Bank eingeschätzt worden ist.  Dieses Rating kann mit Hilfe einer Skala klassifiziert werden, die z.B. wie Schulnoten 1 – 6 oder entsprechend den US-amerikanischen Ratingagenturen über Buchstaben von z.B. von AAA – CCC, eingeteilt ist.

S

Scrum

Scrum  ist die Bezeichnung für ein Vorgehensmodell aus dem Projekt- und Produktmanagement, das insbesondere in der agilen Softwareentwicklung eingesetzt wird. 

In diesem Vorgehensmodell gibt es drei Rollen für die direkt am Prozess beteiligten Personen:

·         Product Owner:  informiert über fachliche Anforderungen und priorisiert die Aufgaben

·         Scrum Master: diese Person managt den Prozess, behält den Überblick und beseitigt Hindernisse

·         Das Team mit den einzelnen Teammitgliedern: entwickelt das Produkt

Neben BeobachterIn und RatgeberIn gibt es noch die Stakeholders: AnwenderInnen und InvestorInnen

 

Semantik

Semantik, auch Bedeutungslehre, beschäftigt sich mit der Bedeutung der Zeichen. Unter
Zeichen sind in diesem Sinne Einheiten beliebiger Art zu verstehen, die gesehen, gehört
oder ertastet werden können und für Teilnehmer an einer Kommunikation eine bestimmte
Bedeutung haben. Diese Bedingung erfüllen Verkehrsschilder ebenso wie gesprochene und
geschriebene oder auch in Blindenschrift dargestellte Wörter.

Session ID

Eine 'Session ID' ist eine Kennzeichnung, mit welcher sich der Verlauf des Besuchs einer Webseite eindeutig einer einzelnen Person bzw. einem einzelnen Computer zuordnen lässt. (Session = einzelner Besuch/Besuchsdauer und eindeutige Identifikation).

Soft Facts

Soft Facts sind sogenannte weiche Faktoren und bezeichnet all jene Faktoren eines Unternehmens, die es zwar beschreiben und ausmachen, sie sind jedoch nicht in der Bilanz dargestellt.

Darunter fällt zB das Image des Unternehmens, das spezielles Wissen und Know How der MitarbeiterInnen und des Managements. Schutzrechte von Marken und Patente.

SPRINT

Ein Sprint im digitalen Bereich ist ein Arbeitsabschnitt, wo ein Teil einer Funktionalität in ein Programm eingefügt wird. Der Abschnitt beginnt mit einem Sprint Planning und endet mit einem Sprint Review und einer Sprint-Retrospektive. Sprints folgen unmittelbar aufeinander. Während eines Sprints sind keine Änderungen erlaubt, die das Sprintziel beeinflussen könnten.  

Sprint Planning:

Ein Sprint Planning Meeting dauert 1 Tag/8 Stunden und beinhaltet zwei Time-Boxes von jeweils 4 Stunden: Product Backlog (Input) und Sprint Backlog (Output).  Der Product Owner präsentiert dem Team die Product Backlog Punkte mit der höchsten Priorität und definiert sein Sprint Goal, mit dem das Team einverstanden sein muss. Gemeinsam wird bestimmt, welcher Teil des Product Backlogs im kommenden Sprint in ein Increment of Potentially Shippable Funktionality verwandelt werden kann.   Nach dem Commitment des Teams über den Lieferumfang plant es autonom (ohne dem Product Owner), wie die Anforderungen in einzelne Tasks/Aufgaben runtergebrochen werden können und in einem Sprint Backlog zusammengefasst werden.

Sprint Review:

In einem Sprint Review werden die Stakeholder, AnwenderInnen und InvestorInnen regelmäßig mithilfe des Sprint-Review-Meetings in die laufenden Ergebnisse mit einbezogen. Dieses Review  findet jeweils am Ende eines jeden Sprints statt. TeilnehmerInnen sind die Teammitglieder, der Product Owner und der Scrum Master.

 

Sprint Backlog:

Der Sprint Backlog ist eine Liste von Aufgaben, die erforderlich sind, um die für den Sprint ausgewählten Anforderungen des Product Backlogs in auslieferbare Software umzusetzen. Der Sprint Backlog ist Ergebnis der Sprint Planung.

Quellen: Vgl. Wikipedia und  http://scrum-master.de/

 

Beispiel eines Sprint Backlogs

 

Stakeholder

Personengruppen, die gegenüber einer Organisation Interessen bzw. Ansprüche geltend
machen. Als interne Stakeholder gelten dabei neben den Eigentümern (Anteilseigner) die
Mitarbeiter bis hin zu den Managern (zB Anspruch auf Beschäftigung und Sicherheit).

Als externe Stakeholder gelten die Kunden (Anspruch auf Qualität und Zuverlässigkeit), die
Lieferanten, die Kapitalmärkte (Banken) sowie der Staat (Anspruch auf Steuergelder,
Umweltschutz), die Natur (Rohstofflieferant, Aufnahmemedium für Abfall) und die
Öffentlichkeit wieParteien, Verbände, Kirchen und Medien.

Strukturkapital

Strukturkapital wird als Wissen bezeichnet, das in Form von Strukturen, Prozessen und
der Unternehmenskultur in der Organisation institutionalisiert wurde. Dazu gehören zB
Patente, Marken, Urheberrechte, eigene Software, Geschäftsgeheimnisse, Geschäftseinrichtung
und allgemeines organisationales Wissen.

Man kann dieses Wissen auch durch Institutionalisierung in den Strukturen, Prozessen und der Unternehmenskultur einer Organisation bewahren. Um explizites Wissen abzuspeichern, werden unterstützende Maßnahmen benötigt, wie z.B. die Selektion, Ordnung bzw. Kategorisierung, die Aktualisierung, aber auch das Löschen von veralteten Informationen.

SWOT-Analyse

Die SWOT-Analyse steht für engl. Strengths (Stärken), Weaknesses (Schwächen), Opportunities
(Chancen) und Threats (Risken). In dieser einfachen und flexiblen Methode werden sowohl
innerbetriebliche Stärken und Schwächen (Strength-Weakness) als auch externe Chancen
und Gefahren (Opportunities-Threats) betrachtet, welche die Handlungsfelder des Unternehmens
betreffen. Aus der Kombination der Stärken/Schwächen-Analyse und der Chancen/
Gefahren-Analyse kann eine ganzheitliche Strategie für die weitere Ausrichtung der Unternehmensstrukturen und der Entwicklung der Geschäftsprozesse abgeleitet werden.

Syntax

Einzelne Zeichen sind mittels Syntax zu einer Aussage angeordnet.
Siehe auch Beispiel Wissenspyramide.

T

Think Tank - Denkfabrik

Die Denkfabrik besteht aus unterschiedlichen Menschen, die Lösungen für anstehende gesellschaftliche Themen bzw. wissenschaftlichen Themen aufzeigen und durch die Erforschung,
Entwicklung von sozialen und wirtschaftlichen Konzepten Einfluss auf die öffentliche Meinungsbildung nehmen.

Hauptziel in unternehmensinternen Think Tanks bzw. Denkfabrik oder Denkwerkstätte ist es, Lösungen für anstehende Themen wie zB Produktinnovationen,  Verbesserungsideen und alternative Lösungswege zu finden und aufzuzeigen.  

V

Value-Reporting

Das Value-Reporting, auch Shareholder Value Reporting genannt
bezeichnet die wertorientierte Berichterstattung eines Unternehmens. Sie erleichtert den Abbau von Informationsasymmetrien zwischen  Management und Investoren und dient der Unternehmenswerteinschätzung durch Investoren.

Quelle: vgl. Wulf Inge, Müller S. (Hrsg.) Immaterielle Vermögenswerte nach IFRS, Ansatz, Bewertung, Goodwill-Bilanzierung, Erich Schmidt Verlag Berlin 2008, S 117      
 
 http://www.COMPLIANCEdigital.de/978-3-503-11451-1_1602

Virtuelle Realität

Die virtuelle Realität, kurz VR, bezeichnet die Darstellung und gleichzeitige Wahrnehmung der Wirklichkeit in einer computergenerierten, interaktiven virutellen Umgebung.

Für die Interaktion mit der virtuellen Welt werden spezielle Eingabegeräte benötigt: Datenhandschuh, Flystick und 3D-Maus, omnidirektionales Laufband, mit dem das Gehen im virtuellen Raum durch reale Gehbewegungen gesteuert wird.

W

Wearables

Wearables ist die Bezeichnung für fortgeschrittene, angepasste, ultraleichte digitale tragbare Materielien.
Diese in Textilien integrierten elektrischen Schaltungen ermöglichen neue Anwendungen für die Konsumenten, zum Beispiel als Sportkleidung mit gleichzeitiger Messung der Körperfunktionen.

Sie erledigen dabei meistens wenige, dafür aber extrem smarte Dienste und sind oftmals direkt mit dem Internet verbunden. So kann zum Beispiel ein Blutdruckmessgerät, welches dauerhaft oder über einen längeren Zeitraum am Arm getragen wird,als Gerät aus dem Bereich Wearable Computing bezeichnet werden.

Wissen

Wissen ist das Ergebnis der Verknüpfung von Daten und Informationen und befähigt zum Handeln.                 > Wissenspyramide      
 

„Wissen bezeichnet die Gesamtheit der Kenntnisse und Fähigkeiten, die Individuen zur Lösung von Problemen einsetzen. Dies umfasst sowohl theoretische Kenntnisse als auch praktische Alltagsregelungen und Handlungsanweisungen. Wissen stützt sich auf Daten und Informationen, und ist im Gegensatz zu diesen jedoch immer an Personen gebunden.“  1)

Wissen in der Unternehmensorganisation kann nach Klaus North in drei Dimensionen eingeteilt werden: 2)

  • die Dimension der „Natur“ des Wissens (Objekt oder Prozess)
  • die Dimension der „Verfügbarkeit“ des Wissens  (zur richtigen Zeit am richtigen Ort)
  • und die Dimension „Wert“ des Wissens, das als Bestandteil des immateriellen Vermögens eines Unternehmens auch als „Intellectual Capital“ bezeichnet wird.

 
Wissen als intellektuelles Kapital wurde vom Ressourced Based View geprägt und durch das Accounting weiterentwickelt: Wissen ist eine wertvolle Ressource und soll im Unternehmen sichtbar gemacht werden. 3)
 
Wissen kann als Objekt in der strukturellen Perspektive - „knowledge - wissen was“ – bzw. als Prozess in der prozessualen Perspektive eines Unternehmens dargestellt werden – „knowing – wissen wie“ 

Weiß ein/e VerkaufsmitarbeiterIn, wie viele A-Kunden ein Unternehmen hat, kommt diesem Wissen die Qualität einer Information zu – Wissen als Objekt. Wenn es darum geht, die verfügbaren Informationen über die A-Kunden für den Abschluss von Geschäften besser nutzen zu können, dann trägt Wissen mehr die Charakteristika eines Prozesses.
 
Die Prozessdimension des Wissens wird für ein wissensorientiertes Unternehmen als dominierend angesehen.
  

 

 


 

 

 

1 ) vgl. Jäger, W./Weinzierl U.: Moderne soziologische Theorien und sozialer Wandel, 2007   
2)  vgl. North K.: Wissensorientierte Unternehmensführung, Wertschöpfung durch Wissen, 5.
Auflage, Gabler 2005
3) vgl. Müller J.: Projektteamübergreifender Wissensaustausch Fehlervermeidung und organisatio-
nales Lernen durch interaktive Elemente einer Wissenskultur, Gabler Verlag, Dissertation
Universität Innsbruck, 2009, S. 39

 

Wissensbilanz

Die Wissensbilanz ist ein Instrument zur strukturierten Darstellung und Entwicklung des intellektuellen Kapitals eines Unternehmens.

Sie dokumentiert die Verwendung des intellektuellen Kapitals und bilanziert Zielerreichungen.

Sie zeigt die Zusammenhänge zwischen den organisationalen Zielen, den Geschäftsprozessen, dem intellektuellen Kapital sowie dem Geschäftserfolg einer Organisation auf.

Der Unterschied zur Finanzbilanz?

Die Finanzbilanz berichtet nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB) über die Entwicklung des Finanzvermögens in Form eines Jahresabschlusses.

Die Wissensbilanz besteht nicht aus einem T-Konto, sondern „zieht Bilanz“ über die aktuelle Entwicklung  des Wissens und die künftigen Anforderungen.

Das nachfolgende Bild zeigt gut den Unterschied zwischen sichtbarem und "unsichtbarem" Kapital:

 

Wissenslandkarte

Eine Wissenslandkarte ist eine grafische Form der Darstellung von Wissen in Organisationen.
Als Wissenslandkarten werden im Wissensmanagement grafische Verzeichnisse von Wissensträgern, Wissensbeständen, Wissensquellen, Wissensentwicklung, Wissensstrukturen
oder Wissensanwendungen bezeichnet. Sie dienen vor allem der Identifikation von Wissen
in Unternehmen, um Arbeitsabläufe effektiver und effizienter zu gestalten und beziehen
sich auf Expertenwissen, Teamwissen, Wissensentwicklungsstationen sowie organisationale
Fähigkeiten und Abläufe.

Quelle: Mindmap

Wissenslandkarte Mindmap

Wissensmanagement

Die Bausteine des Wissensmanagements sind ein verbreitetes Modell und eine leicht anwendbare Methode um Wissen zu managen. Die Methode sieht 8 Bausteine vor, 6 davon bilden die Kernprozesse des Wissensmanagements, um diesen Kernprozessen einen orientierenden und koordinierenden Rahmen zu geben wurden 2 Bausteine (Wissensziele, Wissensbewertung) ergänzt. Die 6 Kernprozesse (Bausteine) bilden den „inneren“ Kreislauf, die strategischen den „äußeren“ Kreislauf. Diese 8 Bausteine sind:

  • Wissensziele: Sie geben dem Wissensmanagement eine Richtung. In ihnen wird festgelegt, auf welchen Ebenen, welche Fähigkeiten aufgebaut werden sollen. Hierbei wird unterschieden in normative Wissensziele (diese wirken auf die Unternehmenskultur), strategische (sie zielen auf den zukünftigen Kompetenzbedarf der Organisation ab) und operative Wissensziele, die auf konkrete Umsetzung fokussieren.

 

  • Wissensidentifikation: Hier soll ein Überblick geschaffen werden über interne und externe Daten, Informationen und Fähigkeiten.

 

  • Wissenserwerb: Durch die Rekrutierung von Experten oder Akquisition von besonders innovativen Unternehmen können Firmen sich Know-how einkaufen, das sie aus eigener Kraft nicht entwickeln können. Etwas salopp formuliert: Zukaufen oder selbst entwickeln?

 

  • Wissensentwicklung: Wissensentwicklung ist ein ergänzender Baustein zum Wissenserwerb. Jenes Wissen, das nicht durch den Baustein Wissenserwerb abgedeckt werden soll, muss intern entwickelt werden.

 

  • Wissensverteilung: Die Kernfrage lautet: Wer sollte was in welchem Umfang wissen oder können und wie können die Prozesse der Wissens(ver)teilung erleichtert werden? Hierzu gibt eine Vielzahl von Methoden wie zum Beispiel: Lessons Learned, After Action Review, Workshops, Jour fixe, Mentorenprinzip, Newsletter und vieles mehr.

 

  • Wissensnutzung: Nutzung ist der produktive Einsatz organisationalen Wissens.

 

  • Wissensbewahrung: Um wertvolle Expertise zu erhalten gilt es brauchbare Selektionsprozesse zu gestalten und sodann angemessen zu speichern wie auch zu aktualisieren.

 

  • Wissensbewertung: Im Vordergrund steht hier die Erreichung der Wissensziele.

Bausteine des Wissensmanagement

Wissensmanagementmethoden

Methoden und Instrumente des Wissensmanagements unterstützen die konkrete Umsetzung von Wissenszielen im Unternehmen. Eine Differenzierung kann durch personenbezogene, problemlösungsbezogene, kommunikationsbezogene, arbeitsbezogene Instrumente erfolgen und durch Instrumente die die technische Infrastruktur betreffen.
Die bekanntesten Beispiele dafür sind

  • Yellow Pages
  • Wissenslandkarte
  • Wissensbilanz
  • Wissensaudit
  • Wiki
  • Weblog
  • Storytelling
  • Semantisches Web
  • Projekt Debriefing
  • Mikroartikel
  • Lessons Learned
  • Knowledge Cafe
  • Expert Debriefing
  • Communities of Practice
  • Best Practice
  • Benchmarking

Wissenspyramide

Anhand einer Wissenspyramide  kann der Begriff „Wissen“  vereinfacht wie folgt dargestellt werden:

Wissen ist das Ergebnis der Verknüpfung von Daten und Informationen und befähigt zum Handeln. 
 

Wissenspyramide in Anlehnung an Bodendorf und Aamodt/Nygard  


vgl. Bodendorf, F.: Daten- und Wissensmanagement, 2. aktualisierte und erweiterte Auflage, Berlin u.a. 2006, S. 1;  Aamodt, A.:/Nygard, M.: Different roles and Mutual Dependencies of Data, Information and Knowledge: An Al Perspective on their Integration. In: Data & Knowledge Engineering, Vol. 16, Nr. 3, Elsevier Science, Amsterdam
 
 

 

Wissensziele

Wissensziele geben den Aktivitäten des Wissensmanagements eine bestimmte Richtung. Sie
sorgen dafür, daß Erfolg und Mißerfolg eines Wissensmanagementsystems kontrolliert werden
können. Normative Wissensziele sollen die Schaffung einer wissensbewußten Unternehmenskultur
unterstützen, in der die Teilung und Weiterentwicklung von individuellem zu unternehmensweit
verfügbarem Wissen gewährleistet wird. Strategische Wissensziele definieren
organisationales Kernwissen und orientieren sich als bewußte Ergänzung zu herkömmlichen
Planungsinstrumenten am langfristigen Aufbau von Kompetenzen. Operative Wissensziele
sorgen für die konkrete Umsetzung der normativen und strategischen Zielvorgaben.

OBEN